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Traut Euch - die Hochzeitstipps

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Ein Fest, zu dem beide Ja sagen

Über Locations, Hochzeitsreden und den Mut, die ganz eigene Feier aus dem schönsten Tag des Lebens zu machen

Foto: studioline.de (1), Archiv
Foto: studioline.de (1), Archiv
Jeder wünscht sich, dass die Hochzeit zu einem der schönsten Momente im Leben wird. Wann muss man in Brandenburg mit der Planung anfangen?

Wenn man beim Termin und/ oder der Location nicht flexibel ist, sondern unbedingt an seinem Wunschort und Wunschtag heiraten möchte, sollte man mindestens ein Jahr vorher beginnen in der Reihenfolge: Location (evtl. plus Catering und Übernachtung), FotografIn, RednerIn, Kleid. Alles andere kann man dann in Ruhe später angehen.

Man hört immer wieder, dass es schwierig ist, in Berlin und Brandenburg eine freie Location zu finden - stimmt das?

Ja, das stimmt für eine mittelgroße Feier. Die meisten möchten draußen heiraten, und für Frischluft-Fans geht die Hochzeitssaison nur von April bis September. Und die Paare wünschen sich ja auch einen besonders festlichen und romantischen Ort.

Bei einer kleineren Gesellschaft für bis zu 20 Personen ist es nicht so schwer, auch kurzfristiger etwas zu finden, aber gerade bei zirka 50 bis 60 Personen wird es oft knapp. Und natürlich spielt auch das Budget eine Rolle.

Aber es gibt in Brandenburg doch so viele Gutshäuser und Schlosshotels, die für Hochzeiten ausrichten.

Ja, da gibt es wunderschöne Häuser, aber die richten sich oft eher an große Gesellschaften ab 80 Gästen. Und ein halb leerer Saal sieht immer trostlos aus; das zugleich ist ja auch eine Kostenfrage.

Im Gespräch: Oliver Numrich, Journalist und Candyblogger mit Dr. Silke Andrea Schuemmer, Autorin und Hochzeitsrednerin
Im Gespräch: Oliver Numrich, Journalist und Candyblogger mit Dr. Silke Andrea Schuemmer, Autorin und Hochzeitsrednerin
Wie finde ich die passende Location?

Sie sollte zum Stil des Festes und des Hochzeitspaares passen. Wer sich eine Vintage-Landpartie wünscht, ist im hypermodernen Glasloft nicht gut aufgehoben. Wer seine Liebe königlich zelebrieren will, passt gut in ein Sternehotel. Das ist nicht nur eine Bauchentscheidung, auch die Fakten müssen stimmen. Wer grillen will, braucht eine Terrasse oder einen Garten. Wer bei einem Heavy-Metal-Motto glänzende Augen bekommt, sollte sich eine Location aussuchen, in der man bis zum Morgengrauen Lärm machen kann. Wichtig ist, auch an die Übernachtungsmöglichkeiten zu denken, keine Verrenkungen mit Bus-Shuttle, das schreckt Gäste ab und zerstört das Partyfeeling. Aber auch die Betreiber und das Personal sind wichtig. Eine Traumlocation besteht aus 50 Prozent Gebäude und 50 Prozent gutem Personal. Das Paar sollte an diesem Tag seine Wünsche umsetzen und sich auf alle Beteiligten verlassen können. Wenn im Vorgespräch Sätze fallen wie „Das machen wir aber immer so“ oder „Sie sind aber auch schwierige Kunden“, würde ich direkt sagen: hier lieber nicht.

Nach welchen Kriterien sollte ich einen Hochzeitsredner auswählen?

Auch hier muss die Chemie stimmen. Ein guter Trauredner stellt das Paar in der Mittelpunkt. Als Rednerin ist man Dienstleisterin und kein Show Act. Das Paar entscheidet, wie viel Persönliches es preisgeben möchte und ob es sich die Trauung eher weihevoll oder eher fröhlich wünscht. Das Tolle an einer Freien Trauung ist ja gerade, dass sie so individuell wie das Brautpaar ist; deshalb finde ich es immer gut, wenn das Paar viel mitbestimmen kann und kein starres Zeremonie-Korsett angeboten bekommt.

Wie bereiten Sie sich auf eine persönliche Traurede vor?

Meine Paare beantworten getrennt voneinander einen ausführlichen Fragebogen. Oft sind sie während der Rede überrascht, gerührt oder freuen sich einfach, was der andere auf Fragen wie „Was lieben Sie besonders an Ihrem Partner/ Ihrer Partnerin“ gesagt hat. Ich spreche jedes kleinste Detail der Zeremonie mit dem Paar ab, beispielsweise den Wortlaut der Traufrage. Wenn sich ein Paar keine Treue schwören möchte oder die Formel „bis der Tod uns scheidet“ nicht mag, schlage ich eine andere Formulierung vor, mit der sich beide identifizieren können. Nur wenn Zeremonie und Rede hundertprozentig auf das Paar passen, können wir magische Momente zaubern.

Gibt es bei der Gestaltung der Hochzeiten einen Trend?

Ja, viele Paare greifen gern alte Traditionen auf und wandeln sie ab. Die Bräute lassen sich zum Beispiel zur Trauung führen, aber nicht mehr nur vom Vater, sondern von beiden Elternteilen. Sie wünschen sich eine große Hochzeitstorte, aber weil beide keinen Zucker mögen, besteht diese dann komplett aus Käse. Es gibt einen Sektempfang, aber angestoßen wird mit selbstgebrautem Bier aus Flaschen, auf denen ein Foto des Paares als Etikett klebt. Überhaupt möchten viele möglichst alle Details personalisiert haben: von den Karten über die Tränentaschentücher bis zu Pralinen mit Portrait des Paares: Alles folgt oft einem Farbschema oder einem Motto. Was sind die Probleme, wenn ein Pärchen sich auf eine Hochzeitsplanung einigen muss? Immer wenn ein Paar mich fragt: „Wie macht man das denn?“, frage ich zurück: „Wie hättet ihr es denn am liebsten?“ Das ist nicht nur rhetorisch. Am authentischsten und gelungensten wird eine Hochzeit, wenn das Paar ganz bei sich bleibt und sich weder von Wedding-Magazinen noch von Großtante Hedwig reinreden lässt. Das Brautpaar muss sich darüber klar werden, welche Art von Feier mit welchen Details ihm am meisten entspricht. Dabei sind natürlich beide Partner gleichberechtigt.

Gerade Frauen träumen von einer romantischen Hochzeit, und viele Männer fügen sich. Wie kann man deren Vorstellungen in die Planungen einfließen lassen?

Niemand darf an einem solchen Tag zu etwas gezwungen werden, das er nicht mag oder das ihm peinlich ist. Wenn der Bräutigam absolut nicht tanzen will, gibt es andere Möglichkeiten, die Party zu eröffnen als den klassischen Walzer. Dann reichen auch nur ein paar Minuten Stehblues. Außerdem kann man kleine „Jungsdinge“ einplanen, z.B. eine Zigarrenlounge mit Kicker. Oder der Bräutigam trägt keine unbequemen Halbschuhe, sondern die Luxus-Sneakers, die er immer schon haben wollte. Beide Partner sollen den schönsten Tag ihres Lebens haben.

Haben Sie noch einen Tipp, wie man diesen Moment, wenn der Bräutigam das erste Mal seine perfekt inszenierte Braut sieht, so gestalten kann, dass er für beide Seiten schön und unvergesslich wird?

Das Paar kann ein „First Look Shooting“ buchen, bei dem der Fotograf das erste Aufeinandertreffen im Hochzeitsoutfit festhält, ohne dass Gäste drum herum sind. Das ist viel intimer. Oder man folgt dem Zeremoniell des britischen Königshauses: Prinz William hat in der Kirche mit dem Rücken zu seiner Kate gewartet und sich erst im letzten Moment umgedreht. Warum? Die Braut ist so dermaßen lange eingeschritten, und kein Mann der Welt kann minutenlang völlig verzückt und zu Tränen gerührt gucken.
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